DE  |  EN

Gebäudeschadstoffe | Fotodatenbankmenue

PCB (polychlorierte biphenyle)

Dichtmassen: Innen

Der Hauptverwendungszeitraum für PCB-haltige Bauprodukte liegt in den 1960er und 1970er Jahren. 1978 wurde die Verwendung von PCB für „offene Anwendungen“ verboten. Seit 1983 werden PCB in Deutschland (ehemalige Bundesrepublik) nicht mehr hergestellt. In Gegensatz zu kleineren Wohnhäusern wurden PCB-haltige Fugenmassen bei Großbauten in Fertigteilbauweise eingesetzt. Hierbei handelte es sich hauptsächlich um Anwendungen im Äußeren Bereich. Seltener findet man PCB-haltige Dichtmassen im Innenbereich. Diese Bild zeigt eine mit Dichtmasse gefüllte Fuge im Innenbereich.

Nahaufnahme des vorherigen Bildes.

Häufig sind die Fugen im Innenbereich überstrichen.

Dichtmassen: Aussen

PCB-haltige Fugenmasse zwischen zwei Waschbetonfertigteilen. PCB wurde seit den 1950er Jahren in großem Umfang als Weichmacher für spezielle dauerelastische Fugenmassen eingesetzt. Trotz eines Verbots der Anwendung von PCB in Fugenmassen in den alten Bundesländern in 1978 fand aufgrund von ausländischen Produkten vereinzelt der Einsatz bis in den 1980'er Jahren statt. PCB-haltige Fugenmassen wurden in der ehemaligen DDR nicht hergestellt.

PCB-haltige Fugenmasse  (auch unter den Namen Thiokol bekannt) zwischen zwei Waschbetonplatten im Außenbereich.

Fugenmassen wurden zur Abdichtung von Fenstern und Balkontüren verwendet. Die Dichtmassen, die PCB enthielten, hatten eine stumpfe Oberfläche und waren sehr zäh. Dagegen zeigen die elastischen Silikon- und Acryl-Dichtmassen eine glatte Oberfläche. Leinöl-Kitte, die eine ähnliche Farbe und Konsistenz wie PCB-haltige Fugenmassen aufweisen können, sind an ihrem Leinöl-Geruch zu erkennen. Laut Literaturangaben ist die Gefährdung der Innenraumluft durch außen angebrachte PCB-haltige Dichtmassen an Fenster und Türen als minimal einzuschätzen. In Einzelfällen kann die Anwendung von solchen Fugenmassen bei Plattenbauten zu erhöhter PCB-Luftkonzentration (oberhalb des Vorsorgewertes von 300 ng/m³ Raumluft) in Innenräumen führen. Der Grenzwert für PCB in Innenräumen beträgt 3000 ng/m³ Raumluft. Beim Abriss müssen PCB-haltige Dichtmassen als gefährlicher Abfall deklariert werden.

PCB-haltige Kühlmittel: Kondensatoren

Bis 1983 wurden PCB-haltige Kondensatoren in Leuchtstoffrohren verwendet. Infolge von Undichtigkeiten und Überhitzung kann PCB austreten und in die Raumluft gelangen.

PCB-haltige Kleinkondensatoren in älteren Leuchtstoffrohren und elektrischen Geräten können 50g - 200g PCB enthalten. Manche PCB-haltige Kleinkondensatoren kann man an den Buchstabenkombination CD, CI, CP, A30 oder A40 erkennen.

Blindstrom-Kompensationsanlage mit Kondensatoren. Kompensationsanlagen sind oft in Gebäuden anzutreffen, in denen größere Bereiche mit Leuchtstoffröhren beleuchtet werden oder in denen viele oder leistungsstarke Maschinen mit Elektromotoren im Einsatz sind. In diesem Bild  ist das Baujahr der Kondensatoren unbekannt.

In diesem Beispiel handelt es sich um moderne elektronische Komponenten einer Blindstrom-Kompensationsanlage, so dass kein Verdacht auf PCB besteht. Die Verwendung von PCB ist generell in Deutschland seit 1989 verboten.

Schaltanlage einer Aufzugmaschine in einem gewöhnlichen Wohnblock.

Nahaufnahme des vorherigen Bildes. Die Beschriftung der Kondensatoren ist gut zu sehen.

PCB-haltige Kühlmittel: Transformatoren

In Deutschland wurde die Anwendung von PCB in Baustoffen 1978 verboten. Trotzdem war die Anwendung in geschlossenen Systemen wie z.B. Transformatoren und Kondensatoren, noch zulässig. Ab 1983 wurde PCB nicht mehr in den alten Bundesländern produziert. Der Einsatz von PCB wurde dann 1989 generell in Deutschland untersagt. In diesem Beispiel wurde der Transformator 1993 gebaut (siehe nächstes Bild); es besteht daher kein Verdacht auf PCB-haltige Kühlmittel.

Dieses Schild des obigen Transformators zeigt u. a. das Baujahr an. Das Baujahr ist ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung, ob das Kühlmittel eines Trafos eventuell PCB enthält. Eine weitere wichtige Angabe ist die Kühlart, woran man ablesen kann, ob es sich um einen trockenen oder ölhaltigen Transformator handelt. "ONAN" z.B. bedeutet folgendes: ON = inneres Kühlkreislaufmedium ist Öl (O) mit natürlicher (N) Konvektion; AN = äußeres Kühlkreiskaufmedium ist Luft (A) mit natürlicher (N) Konvektion. Es handelt sich also in diesem Beispiel um ein ölhaltiges Trafo, der keine zusätzliche Kühlung durch eine Ölpumpe oder Lüfter erhält. Häufig trifft man auf trockene Trafos, die die Bezeichnung "AN" haben.

Stillgelegte Transformator aus der ehemaligen UdSSR (siehe nächstes Bild).

Typenschild des obigen Transformators. Daraus geht hervor, dass der Transformator 350kg Kühlöl enthält. Das Baujahr wird nicht angegeben.

Transformator in Betrieb. In der Regel sind Transformatoren aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich.

PCB-haltige Kühlmittel: Akkustikdecken

Deckenplatten aus künstliche Mineralfaser (KMF). In seltenen Fällen kann bis Baujahr 1972 eine bestimmte Deckenplattentype (Wilhelmi-Platten) werkszeitig mit einem offenporigen PCB-haltige Anstrichfarbe versehen sein. Die Beschichtung diente zur Flammenschutz. In Räumen mit solchen Deckenplatten liegt in der Regel eine erhöhte Raumluftbelastung vor.

TOP

IMPRESSUM

DATENSCHUTZERKLÄRUNG

FOTODATENBANK